„Woman on Fire. Alles über die fabelhaften Wechseljahre“ von Sheila de Liz

(mit Illustrationen von Luisa Stömer)

Ob die Wechseljahre direkt fabelhaft sind oder sein werden, bezweifeln die meisten deutsche Frauen. Und spricht frau mit Freundinnen, zeigt sich: an diesem Buch scheiden sich die Geister! Soll frau „den Körper machen lassen“, sich „Schritt für Schritt von den fruchtbaren Jahren verabschieden“, „dem Körper endlich Ruhe geben“, vielleicht auch der Zeit ihren Lauf lassen“? Muss frau „da einfach durch“? Oder darf sich frau das Recht herausnehmen, alles zu tun, damit „das Altern noch ein wenig herausgezögert werden kann“, darf sie „die Kontrolle übernehmen“, „entspannt das Leben neu genießen“, vielleicht für eine weitere lustvolle Runde drehen, ohne Kinder im Schlepptau? Das sind die großen Fragen, die das Buch beantworten will und die Antworten, die ich genau so gehört habe, als ich das Buch verschenkte oder über die Thesen und Vorschläge im Buch sprach.

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Frau de Liz stellt sich als immer optimistische Amerikanerin, für die das Glas eher halbvoll ist als halb leer, deutlich auf die Seite derer, die ihr Leben in die Hand nehmen wollen. Auf knapp 280 Seiten erklärt sie die Hormonveränderungen während der Wechseljahre, die verschiedenen Stufen derselben und was man da so erleben und fühlen kann im alten/neuen Körper. Und sie klärt über Hormongaben und die Ängste, mit denen sich frau so herumschlägt, auf. Wer genau nachlesen will, findet im Übrigen alles noch einmal mit Literaturangaben auf den letzten Seiten.

Sicherlich kann frau darüber streiten, welche Schritte frau gehen kann / soll / darf und welche nicht, aber de Liz gibt uns wenigstens in wunderbar verständlicher Sprache die Informationen, die wir brauchen und den Mut, das eine oder andere auch umzusetzen. Der wichtigste Fingerzeig für mich: sprich mit deiner Frauenärztin und frag nach. Das habe ich. Und, stellt euch vor, plötzlich wurde ich darüber informiert, dass sie schon seit einigen Vorsorgeuntersuchungen die Atrophie oder Noch-Nicht-Atrophie meines Inneren beobachtet und dokumentiert, einer Untersuchung des Hormonstatus gegenüber nicht abgeneigt wäre, selbst Hormone nimmt und gerne mit mir diskutieren würde, ob und welche Hormone für mich die richtigen sind. Im letzten Jahr, als ich nicht gefragt hatte, war das nie Thema, obwohl ich definitiv im Alter bin, in dem die Wechseljahre bei den meisten Frauen „zuschlagen“. Fragt, Mädels, und fragt nochmal, und wenn ihr keine Antworten bekommt, sucht Euch eine neue Ärztin.

Aber de Liz beschränkt sich in „Woman on Fire. Alles über die fabelhaften Wechseljahre“ nicht nur auf Hormongaben, sondern diskutiert auch Fragen von gesunder Ernährung, Sport und, ganz wichtig, das Kultivieren heilsamer und guter Beziehungen. Über alles das denke ich schon länger nach, einiges tue ich auch schon. Gut, dass ich weitere Anregungen bekommen habe. Und ob die östriolhaltige Creme, die die Vagina geschmeidig und gesund halten soll, vielleicht tatsächlich auch gegen die eine oder andere Falte im Gesicht hilft … das probiere ich gerade aus. Danke für dieses fabelhafte Buch, Frau de Liz!

Erhältlich bei Amazon und in jeder Buchhandlung sowieso.