Bye bye: Sieben Regeln für den guten Abschied

„Wisst ihr eigentlich, wie viel Aufwand so ein Date ist?,“ frage ich Albert. Der schaut nur fragend aus der Wäsche, so als ob er denkt: Was soll da schon sein? Duschen, Hemd an, losfahren.

„Und wenn es dann nicht klappt, erwarte ich wenigstens einen ordentlichen Abschiedsbrief!,“ schiebe ich gleich hinterher und werde ein bisschen lauter. Tut mir fast leid, der Albert, dass ich das jetzt an ihm auslasse, denn von ihm habe ich wenigstens eine ordentliche lange Email bekommen nach unserem One Night Stand, aus dem nicht viel mehr wurde.

Hier ist mein Vorschlag: Männer, der Brief muss so lang sein, dass es den Aufwand rechtfertigt, den ich betreibe, bevor ich zu einem Date gehe. Also: neue Unterwäsche anprobiert und gekauft und gewaschen, geduscht, Haare gewaschen, rasiert, Cellulite gebürstet und eingecremt, Haare geföhnt, Hornhaut entfernt, Füße eingecremt, Zähne geputzt, Gesichtscreme, Deo, vielleicht ein bisschen Make-Up und Nägel, angezogen, losgegangen, guten Gesprächseinstieg gefunden. Von den Kosten für’s Haarefärben usw. rede ich ja garnicht. So, zieht das mal in Betracht, wenn ihr das nächste Mal eine läppische SMS zum Abschied schreibt.

Hier ist, was ich mir von euch wünsche, wenn es denn einen Abschied geben muss:

  1. Schreib einen Brief, keine SMS.
  2. Nimm alles auf dich.
  3. Betone meine guten Seiten (hier darfst du gerne ein bisschen übertreiben, aber nicht so, dass es auffällt).
  4. Vergleiche mich gerne ein wenig mit anderen Frauen, aber so, dass ich gut dastehe.
  5. Sag‘, dass du dich immer an unsere explosive Nacht oder unsere gemeinsame Zeit erinnern wirst.
  6. Sei bereit, noch ein wenig zu reden oder zu schreiben, auch, wenn es dir auf die Nerven geht.
  7. Sperre meine Nummer nicht, und wenn du es tust, sage es mir nicht.

Kurz gesagt, schreibe einen Brief, den ich mein Leben lang aufbewahre und immer mal lese, wenn ich PMS habe oder anderweitig traurig bin, um den ich ein rotes Samtband schlinge, und den ich in mein Tagebuch lege. Alles klar?

Ich muss grinsen, denn ich sehe, wie es in Albert arbeitet und er alles registriert. Will eben alles über Frauen wissen, der Kopfmensch, und alles richtig machen. Aber eigentlich hoffe ich ja auch ein bisschen, dass er bei der nächsten Frau, die er trifft, keinen Abschiedbrief schreiben muss. Und das ich selbst nie wieder einen bekomme.

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